Cloud Computing

Cloud Computing wächst weiter stark in Deutschland – stellt aber auch Anforderungen

Die Trends zum Thema Cloud Computing sind mannigfaltig, da Public Cloud Computing unter anderem das Fundament der digitalen Transformation ist. Von den IT-Ausgaben deutscher Unternehmen fließen bereits 17 Mrd. Euro in diese Technologien. Das durchschnittliche Wachstum pro Jahr von 2015 bis 2020 erwarten wir bei fast 32 Prozent. Es wird maßgeblich durch Platform as a Service und Software as a Service sowie das Aufrüsten der bestehenden Cloud-Technologien getrieben.

Abbildung: Ausgaben für Cloud Computing, traditionelles Hosting und traditionelle Software in Deutschland im B2B-Markt von 2015 bis 2020. Quelle: ISG Germany, 2018.

Treiber und Herausforderungen

Organisatorisch und kulturell hat Cloud einen starken Einfluss auf das Miteinander bzw. die Kollaboration innerhalb und außerhalb der Unternehmensgrenzen. Unternehmen setzen heute konsequent auf Groupware-Lösungen aus der Cloud zur Bewältigung steigender Arbeitsanforderungen in einem zunehmend internationalen Geschäft. Betrachtet man weitere Segmente des cloud-getriebenen Wandels in den Unternehmen, wie beispielsweise die IT-Administration, das Marketing oder die Forschung und Entwicklung, erlaubt und forciert Cloud Computing zunehmend unterschiedliche IT-Geschwindigkeiten, die unter Compliance-Gesichtspunkten und vielen weiteren Aspekten transparent und prozessual sauber gemanagt werden müssen. Die meisten Unternehmen sind durch die steigende Komplexität überfordert und brauchen externe Hilfe durch kompetente Beratung. Dies gilt speziell für die Konzeption, Integration und auch Nutzung von Multi-Cloud-Plattformen. Hier sind Service Provider gefragt, die technologisch versiert sind und eigene Assets und Managed Services mit Services der Public Cloud Provider verbinden können. In diesem Umfeld treffen in der Regel unterschiedliche Philosophien aufeinander und verursachen bei fast jedem CIO Kopfschmerzen. Als ein Grundproblem wären die beiden zusammenzuführenden Systemklassen „Systems of Record“ sowie „Systems of Engagement“ zu nennen. „Systems of Record“ haben traditionell wenig mit Cloud zu tun und wirken dementsprechend ausbremsend, während die „Systems of Engagement“ mehr als einen Hang zu Cloud haben bzw. schon häufig dort angesiedelt sind. Diese Unterschiede im Design bzw. in den Architekturen und Blue Prints führen somit zu ganz anderen Taktraten bzw. Innovations­geschwindigkeiten. Es prallen also Welten aufeinander, die vor dem Hintergrund aktueller Anforderungen an Unternehmen hinsichtlich der Kundenanforderungen und des Wettbewerbs gelöst werden müssen. Hinzu kommt außerdem der große Wunsch der Auflösung von Datensilos und die notwendige Analyse jeglicher Daten, um Ableitungen für Geschäftsentscheidungen ziehen zu können.

Hinzu kommt die Notwendigkeit der Verzahnung der Applikationsentwicklung oder zumindest des Schnittstellenmanagements mit der Betriebsabteilung bis hoch zum Management über „DevOps“-Verfahren. Hier stellt sich die Frage, was bzw. welcher Anteil der IT dynamisch gestaltet sein muss und welche Systeme besser nicht verändert werden. Entscheidungen ohne ausreichende Überprüfung können hier schnell zu hohen Kosten und Instabilitäten führen, da nicht alle Systeme zwangsweise schneller werden müssen. Mit SCRUM als modernem und agilem Projektmanagement wird an einer weiteren Stelle für große Veränderung gesorgt, die nicht selten ein radikales Umdenken erfordert und die Hinzunahme von Change-Management-Experten verlangt, um die notwendige strukturelle und kulturelle Veränderung angemessen und nachhaltig zu implementieren. Große Projekte mit unüberschaubaren Meilensteinen sind inzwischen tabu.

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