Outsourcing, Sourcing

Sichere Stromversorgung im Rechenzentrum

Autor: Wolfgang Heinhaus

 

Die Hochverfügbarkeit der IT-Infrastruktur wird vom Business immer mehr gefordert. Rund um die Uhr müssen die Systeme zur Verfügung stehen. Das hat den Virtualisierungsprozess bei  Servern, Speichern und Netzwerkkomponenten beschleunigt.

Aber was passiert, wenn die Stromversorgung unterbrochen ist? Wenn keine vorbeugenden Maßnahmen realisiert worden sind, fällt die IT-Infrastruktur aus. In den letzten Jahren ist die Zahl der Stromausfälle gestiegen. Die Bundesnetzagentur erfasst Stromausfälle, die länger als drei Minuten dauern. 2012 waren es 206.000. Hier nur einige Beispiele aus dem Jahr 2012:

Frankfurt am Main: Stromstörung legt Straßenbeleuchtung lahm

16.11.2012: In weiten Teilen von Frankfurt am Main ist die Straßenbeleuchtung ausgefallen.

Stromausfall in München sorgt für Verkehrschaos

15.11.2012 München – Ein Stromausfall in weiten Teilen Münchens hat die Stadt in ein Verkehrschaos gestürzt. Betroffen waren fast im gesamten Stadtgebiet neben Haushalten und Büros auch S- und U-Bahn. Die Feuerwehr musste zu etwa 50 Einsätzen im ganzen Stadtgebiet ausrücken, um etwa Menschen aus Aufzügen zu befreien.

Stromausfall im Frankfurter Hauptbahnhof

15.11.2012: Ausgerechnet am Tag des großen Flughafenstreiks ist im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main für rund anderthalb Stunden der Strom ausgefallen.

1.400 Hamburger Kabel-Deutschland-Kunden ohne Telefon und Internet

23.11.2012: Rund 1.400 Hamburger Kunden des Anbieters Kabel Deutschland müssen seit Donnerstag auf Telefon, Internet und Fernsehen verzichten. Zunächst habe es einen Stromausfall gegeben.

(Quelle: www.t-online.de, Auswahl Stromausfälle im November und Dezember 2012)

Laut dem Verband der Industriellen Energie und Kraftwerkswirtschaft (VIK) liegen die Ausfälle deutlich höher, weil Ausfälle unter drei Minuten nicht erfasst werden. Als Grund wird oft angegeben, dass die Energieversorgungsunternehmen (EVU) größere Investitionen scheuen, weil die Kraftwerke bald durch Erzeuger von erneuerbarer Energie abgelöst werden. Schon Ausfälle im Sekundenbereich oder Stromschwankungen können Schäden an den empfindlichen IT-Systemen verursachen.

Um diese Probleme in Griff zu bekommen, müssen die Rechenzentren entsprechend abgesichert sein. Dazu zählen eine redundante Stromzufuhr von zwei verschiedenen EVU oder wenn nicht möglich, von unterschiedlichen Umspannanlagen, redundante Transformatoren und Niederspannungshauptverteiler (NSHV). Ebenso wichtig ist eine redundante Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Die USV hat die Aufgabe, kurzfristige Stromausfälle von bis zu 15 Minuten zu überbrücken. Außerdem gleichen USV-Anlagen Spannungsschwankungen, Spannungseinbrüche, Spannungsverzerrungen etc. aus. Diese Störungen können die IT-Umgebung schädigen oder gar zerstören. Für diese Filterfunktion eignet sich nur eine Voltage and Frequency Independent USV (VFI-USV) nach EN 62040-3.

Eine störungsfreie Stromversorgung ist nicht immer gewährleistet. Langanhaltende Stromausfälle müssen durch eine Netzersatzanlage (NEA) nach DIN 6280-12 überbrückt werden. Die NEA hält im Notfall den Rechenzentrumsbetrieb mit der dazugehörenden Facility wie Klimatisierung, Sicherheitseinrichtungen usw. aufrecht. Die NEA wird mit Heizöl betrieben. Eine Bevorratung für mindestens 24 Stunden, noch besser 48 Stunden, stellt den Betrieb sicher. Um die Sicherheit zu erhöhen, gehen immer mehr Rechenzentrumsbetreiber dazu über, auch die NEA redundant auszulegen. Der Betrieb einer NEA lässt sich nicht von dem der USV trennen. Beide Systeme stellen aufeinander abgestimmte Teilkomponenten zur Aufrechterhaltung der Energieversorgung dar.

Es ist unverzichtbar, einmal monatlich einen Lasttest durchzuführen, damit die Funktion und Leistungsfähigkeit unter realen Bedingungen überprüft werden kann. Es ist zu berücksichtigen, dass der Schallpegel von tagsüber 65db(A) und nachts 45db(A) nicht überschritten werden darf.

 

Die Experton-Group bietet Interessenten gern eine professionelle Beratung zu diesem Thema an. Bitte senden Sie in diesem Fall eine E-Mail an: wolfgang.heinhaus@experton-group.com

 

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