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Lync Room System – die Erweiterung des Arbeitsraums

Autor: Axel Oppermann

 

Die Digitalisierung der Arbeitswelt führte – und führt – zu einer Neuordnung formaler und informeller Prozesse in Unternehmen. Der Arbeitsraum hat sich für viele Menschen ausgedehnt und ist nicht mehr an bestimmte Orte oder Zeiten gebunden. Eine wachsende Zahl von Unternehmen verfolgt die Strategie, immer mehr Mitarbeiter mit immer mehr Kommunikationsmitteln zu versorgen, um damit den Austausch von Informationen und Wissen zu forcieren.

Dennoch werden feste Räume, Anlässe und Orte der Kommunikation benötigt. Sei es die Kaffeeküche, Betriebsausflüge oder die Raucherecke vor der Tür. Unterschiedliche Arbeitmodelle bedingen unterschiedlichste formale, formelle und informelle Kommunikationsansätze. Als Rückgrat hierfür werden immer häufiger Lösungen eingesetzt, die heute unter den Begriffen Unified Communications bzw. Enterprise Social zusammengefasst werden. Eine mittlerweile etablierte Lösung ist Lync.

 

Lync

Lync bündelt heute Corporate Instant Messaging (IM), Business-Telefonie, Audio-und Videokonferenzen in einer einzigen Plattform. Die geschaffene Lync-Skype-Connectivity verbindet die Unternehmenswelt mit Konsumenten sowie Freiberuflern und kleineren Unternehmen, die auch in Deutschland verstärkt auf Skype setzen. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch etwas knirscht: Die Leistungsfähigkeit ist regelmäßig größer, als die Nutzung der entsprechend vorhandenen Funktionen in Breite und Tiefe. Ferner bietet Microsoft mit Lync Anwendern auch eine softwarezentrierte Alternative zu herkömmlichen TK-Analgen. Neben den einzelnen Funktionen liegt die Stärke des Angebots in der starken Integration in die weit verbreitete Exchange- und SharePoint-Welt, dem mittlerweile ansehnlichen Partnernetzwerk sowie den Möglichkeiten der Integration. Ob die Tatsache, dass bei Lync-Lösungen auf (UC-) Hardware und einzelne Lösungen Dritter zurückgegriffen werden muss, ein Vorteil oder Nachteil ist, muss situativ entschieden werden.

Lync hört aber nicht bei der „klassischen“ UC-Diskussion auf Ebene der Verfügbarkeit auf unterschiedlichen mobilen Plattformen oder der Integration in PBX-Systeme auf. Vielmehr bietet Lync, in Form der Office 365 Komponente „Lync online“, die Grundlage für einen gehosteten (Kommunikations-) Dienst. Ferner bietet Microsoft mit dem Multitenant-Pack Service-Providern eine Grundlage, gehostete Kommunikationsdienste anzubieten.

Abseits der technischen Diskussion, rings um die Art und Weise der Integration in Telefonanlagen, einfachen On-premise-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen oder Ökosysteme, kommt es auf die Unterstützung von Arbeitsplatzkonzepten und Arbeitsmodellen an. Und hier kann Lync, auch primär wegen der erwähnten Integration und hohen Verbreitung des Microsoft Office-Produktivitätsportfolio punkten. Herausforderung für Unternehmen ist auf diese Ebene auch nicht mehr die technische Dimension. Vielmehr bildet die organisatorische Umsetzung und Entfaltung der Möglichkeiten auf den Stufen „Mensch“, „Team“, „Abteilung“ und „Unternehmen“ – sowie zu den Schnittstellen der Unternehmen – den Flaschenhals. Und dies nicht nur bei bereits im Unternehmen genutzten Komponenten, sondern auch bei den neuen Möglichkeiten, die Ansätze wie Lync Room System bieten.

 

Lync Room System

Zunächst ist Lync Room System (LRS) „nur“ ein weiterer Lync-Client. Microsoft hat es in den letzten Jahren geschafft, die Verbreitung und Akzeptanz von Lync in Unternehmen massiv zu steigern. Der Erfolg hängt im Kern von drei Faktoren ab:

  • Verbreitung der Microsoft-Office-Produktivitätslösungen und der Integration von Lync
  • Dem dramatisch rasanten Tempo der Produktentwicklung
  • Der Verfügbarkeit einer Vielzahl von Clients für die unterschiedlichsten Geräte, Betriebssysteme und Anwendungsbereichen.

 

Und eben diese Client-Familie wird nun durch eine Lösung für Arbeits- und Konferenzräume erweitert. Dabei folgt Microsoft einem bewährten Konzept: Grundlage für Lösungen anzubieten. Im Fall von LRS bedeutet dies, dass Microsoft die Software liefert. Die Hardware kommt von Partnern wie Polycom, Crestron oder Smart. Alles etablierte und spezialisierte Anbieter in Sachen Kollaborationslösungen und Konferenzsystemen. Alles Unternehmen mit Erfahrungen im Vertrieb solcher Lösungen. Alles Anbieter mit mehrwertliefernden Ergänzungen. Jeder der Partner hat im noch immer spitzen Markt für produktive Konferenzräume Alleinstellungsmerkmale. Und so bieten Smart, Polycom und Crestron ein eigenständiges Portfolio an. Grundlage und zentrale Gemeinsamkeit sind ein Rechner (PC) und der darauf installierte spezielle Lync-Client. Anwenderunternehmen können zwischen Single-Display-Systemen mit bis zu 84 Zoll und Lösungen mit zwei Displays wählen. Die Preisspanne reicht von 12.000 bis über 25.000 Euro.

Die Installation kann im Vergleich zu anderen Videokonferenzsystemen als relativ einfach bezeichnet werden. Das System funktioniert quasi „Out of the Box“. Das Lync Room System benötigt ein Exchange-Postfach. Von diesem erfolgen die Einladungen für den Anwender als Raum. Die Rolle dieses Exchange-Ressourcenpostfachs ist es, die Kalenderplanung für die „Tagungsräume“ zu erleichtern. Im Standard können 250 Nutzer an einer Lync-Konferenz teilnehmen – in einer erweiterten Version bis zu 1.000.

 

Was bleibt

Eine Kollaborationslösung bzw. ein Konferenzsystem wird nicht eben so im Vorbeigehen gekauft. Auch wenn die Preise von bis 25.000 Euro weit von Preisen „großer“ Raumsystemen entfernt sind, wollen solche Investitionen gut überlegt sein. Jedoch sind die gebotenen Optionen für einzelne Anwender oder Teams mehr als charmant. In kollaborativen Umgebungen können Ideen erarbeitet oder präsentiert werden. Eine Vielzahl von Teilnehmern kann, auch ohne eigene LRS-Infrastrukturen, leicht an den Konferenzen teilnehmen. Offene Schnittstellen und eine gewisse Interoperabilität sorgen dafür, dass Verbindungen zu Raumlösungen anderer Hersteller (andere Systeme) abgebildet werden können.

Lync Room System bietet dabei mehr als klassische Angebote. Insbesondere die Ansätze für Whiteboard-Funktionen, Bereitstellung und Verbreitung von Inhalten bringen Vorteile. Vor einer Anschaffung solcher System gilt es, mögliche Arbeitsszenarien im Unternehmen und mit Kunden bzw. Lieferanten zu validieren. Etwaige Ergänzungen durch ISVs können weiteren Nutzen für die Lösung generieren.

 

 

One Comment

  1. Vielen Dank für die gute Zusammenfassung betreffend LRS Lync Room System.
    Ein Aspekt verdient meiner bescheidenen Meinung nach noch spezieller Beachtung.
    Während in traditionallen Videokonferenz-Räumen (neudeutch auch Telepräsenz-Räume genannt) primär ÜBER die Arbeit gesprochen wird, wird in Kollaborations-Räumen wie z.B. LRS Räumen primär GEARBEITET.
    Dies mag auf den ersten Blick ein wenig keck klingen, entspricht aber absolut dem Anspruch nach Dokument-Sharing, Whiteboarding, etc. eben all die primären LYNC-Tugenden.

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