Digital Transformation

Digital Business Transformation – Digital Continuous Delivery

In der folgenden Artikel-Serie werden wöchentlich Definitionen und Kriterien unserer aktuellen Studie Digital Business Transformation beleuchtet. Dieser Artikel befasst sich nun mit dem bedeutenden Thema Digital Continous Delivery, zur Erhöhung der nötigen Agilität im professionelle Geschäftsumfeld.

Die Digital Transformation ist als Megatrend eine Top-Priorität auf der Unternehmensagenda. Dies ist inzwischen nichts neues mehr! Daher setzt die aktuelle ISG-Studie (http://bit.ly/DBTIPL19) erneut und tiefergehender denn je an dieser Stelle an. Analysiert werden folgende Lösungen und Serviceangebote regionaler und globaler Anbieter:

Abbildung: Untersuchte Marktsegmente im „ISG Provider Lens Germany 2019 – Digital Business Transformation“

Die wichtigsten Bewertungskriterien und Anforderungen an die Anbieter im Segment Digital Continous Delivery lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Bereitstellung von Methoden, Prozessen und Tools zum kontinuierlichen Ausliefern von digitalen Services
  • Vermittlung von Co-Creation-Praktiken und Shared-Work/Innovationspace-Umgebungen
  • Unterstützungsleistungen, die die Zusammenarbeit in Bezug auf Test- bzw. Labor-Optionen über Dienste und Arbeitsbereiche hinweg verbessern
  • Integration von Benutzer-Feedback-Schleifen und Workflows, zur Erfassung der Anforderungen im Umfeld von Szenarien zur kontinuierlichen Entwicklung und Optimierung (Innovations-Management)
  • Einbezug neuester Techniken für den Aufbau eines „Agile Enterprise“ Betriebsmodells auf Basis schlanker Prozesse und Rapid-Application-Development für eine stetig optimierte Nutzererfahrung sowie einer Schnittstellen-(UX)-basierten Lösungsentwicklung
  • Allgemeine Offenheit des Angebots für Kunden und Partner und hoher Anteil an Open-Source-Lösungen
  • Integrierte Automatisierungstests mit Rapid Prototyping und Stresstests in Anwendungsszenarien
  • Proaktive und adaptive Service- & Supportmodelle hinsichtlich Inhalt, Flexibilität/Innovation und Landessprache
  • Transparente Preismodelle für Services/Lösungen und Support-Angebote einschließlich des kontinuierlichen Ausbau von as a Service-Partnerschaften mit weiteren Unternehmen
  • Vorlagen und Anwendungsfälle als Starthilfe

„Digital Continuous Delivery“ gibt Unternehmen die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Services bzw. Software schneller und effizienter als je zuvor zu entwickeln und bereitzustellen. In dieser Hinsicht wird der Einsatz von Innovation Labs und der Einbezug von direktem Endanwender- bzw. Kunden-Feedback, welches oft automatisch über Nutzungsmusteranalysen erfasst wird, ermöglicht. Über diesen Vorgang wird die Relevanz von Software, die auf den Markt gebracht wird, überprüft und gleichzeitig erhöht, da im Rahmen dieses Lifecycle-Managements auch die Außenkommunikation einbezogen wird. Im Wesentlichen profitieren neue spezifische Produkte und Micro Services in Bezug auf deren Gestaltung, die besser auf Kunden- bzw. Nutzerbedürfnisse eingeht. Dienstleister von kontinuierlicher Entwicklung und Innovation können entweder Co-Creation oder Shared Workspace-Angebote anbieten und gemeinsam mit dem Kunden nutzen, oder lediglich eine Service-Dienstleistung anbieten, bei der ein Team oder auch nur eine Management- und Steuerungsfunktion im Unternehmen bzw. beim Kunden verbleibt.

Dienstleistungen mit breitem Spektrum

Anbieter dieser Dienstleistungen müssen in der Lage sein, alle Vorteile und Praktiken von Unternehmen aus dem Bereich der digitalen Produktentstehung und -anpassung anzubieten. Dazu gehört auch das Angebot oder die Vermittlung von (geteilten) Arbeitsplätzen für eine innovative Zusammenarbeit. In diesem Umfeld entwickeln Crowdsourcing-Mitarbeiter oder Anwendergruppen neue Produkte und Dienstleistungen für neue digitale Erlebnisse. Die Anbieter verfügen über Tools zur Unterstützung von Produktideen und Prototypen-Tests wie: Collaboration-Tools, Virtual-Augmented-Reality-Labore, IoT-Plattformen für das Prototyping, Telepräsenz-Systeme für Remote-Team-Zusammenarbeit, Design-Thinking-, A/B-Tests- und Methodik-Experten zur Erleichterung der Produkterstellung.

Mit diesen agilen Methoden und Praktiken können Prototypen sehr schnell erstellt und getestet werden. Anbieter, die in diesem Markt konkurrieren, können sich „projektbezogen“ oder als kontinuierliches, „permanentes Innovationslabor“ engagieren oder sich die Einnahmen aus der Monetarisierung von Produkten teilen.

Forcierung eng getakteter Innovationszyklen

In engem Zusammenhang mit dem vorherigen Segment ist die kontinuierliche Lieferung ein Prozess, der es den Entwicklungsteams ermöglicht ständig gut getesteten Code einzuführen, welcher sich immer in einem produktionsreifen Zustand befindet. Hinzu kommt der Mehrwert, dass dieser Code auf den tatsächlichen Kunden- oder Geschäftsanforderungen basiert und somit nicht am Markt vorbei entwickelt wurde. Die Innovationszyklen verkleinern sich. Um eine kontinuierliche Bereitstellung auf hoher Qualität zu erreichen, werden die erforderlichen Änderungen aus dem Unternehmen, dem Markt oder den Benutzergruppen, die über Kollaborations- oder Nutzungstools erfasst wurden, an die Anwendungsentwicklungsteams weitergeleitet. Diese setzen Anforderungen um bzw. produzieren, wobei für jeden Prozess- bzw. Arbeitsschritt nach größtmöglicher Automatisierung gesucht wird. Diese wird nach Möglichkeit integriert, um Aktualisierungen schneller und mit weniger Fehlern bereitzustellen bzw. um Kosten zu sparen. Sobald eine neue Funktion oder ein Update abgeschlossen ist, steht der Code sofort für den Einsatz in Testumgebungen, Pre-Staging oder Live-Produktionen zur Verfügung. In der kontinuierlichen Auslieferung wird die Software bzw. der Micro Service kontinuierlich auf Produktionsbereitschaft geprüft und bei jeder Änderung automatisch rückgemeldet. Das schnellere und häufigere Erstellen, Testen und Freigeben von Software reduziert die Kosten, den Zeitaufwand und das Risiko der Implementierung von Änderungen, indem es laufende, inkrementelle Updates für Anwendungen in der Produktion ermöglicht.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen geschlossene bzw. monolithische Systeme zerlegt und analysiert werden, um ihre Eignung und potenzielle Offenheit gegenüber dem Markt zu ermitteln. Außerdem müssen theoretische Modelle in datengesteuerte oder virtuelle Systeme und Prozesse von Menschen auf Maschinen übertragen werden. Anbieter müssen über Prozesskompetenz verfügen und darüber Bescheid wissen, dass externe, meist Cloud-basierte Netzwerke als Informations-, Wissens- und Trendquellen genutzt werden müssen. Ferner sollten sie über Change-Management-Fähigkeiten verfügen, um Mitarbeiter abteilungsübergreifend einzubinden und die Vorteile sich ändernder Kernprozesse sowie kontinuierlicher agiler Entwicklungsfähigkeiten zu erläutern. In nicht wenigen Fällen müssen auch Mehrwerte erklärt werden, um die Angst vor Veränderung zu reduzieren.

Continuous Delivery – Geschwindigkeit braucht Automation

Kontinuierliche Bereitstellung stellt automatisch jede Anwendung oder jeden Software-Build zur weiteren Verwendung bereit, die den vollautomatischen Testzyklus durchläuft. Anstatt darauf zu warten, dass ein Mensch entscheidet was und wann er in der Produktion einsetzt, setzt ein kontinuierliches Bereitstellungssystem alles ein, was die Erstellungs-/Test-/Deployment-Pipeline erfolgreich durchlaufen hat. Obwohl der neue Code jetzt automatisch auf dem System installiert wird, gibt es Techniken, um neue Funktionen oder Anwendungen später bzw. bei Bedarf zu aktivieren oder nur für gezielt ausgewählte Benutzer freizugeben, sofern dies bevorzugt wird und in die Strategie passt. Durch die automatisierte Bereitstellung von Anwendungen, Funktionen und Korrekturen werden Kunden schnell erreicht, Versions- und Konfigurationskontrolle der eingesetzten Produkte und Anwendungen vermieden und Wettbewerbsvorteile erzielt.

Durch die kontinuierliche Bereitstellung profitieren Unternehmen zudem von einem konsistenten, frühzeitigen Feedback. Funktionen können den Anwendern sofort zur Verfügung gestellt und Fehler bzw. unnütze Implementierungen können frühzeitig erkannt werden, bevor die Entwickler zusätzliche Anstrengungen in eine Richtung unternehmen, die keinen geschäftlichen oder Anwendernutzen bringt.

Business-Mehrwerte

Die Trennung der Bereitstellung von Code von der Freigabe an die Benutzer ist ein äußerst wichtiger Teil der kontinuierlichen Entwicklung bzw. der Bereitstellung. Code kann in der Produktivumgebung eingesetzt werden, ohne ihn zunächst zu aktivieren oder den Benutzern zugänglich zu machen. Später entscheidet das Unternehmen, wann neue Funktionen oder Features unabhängig von der Bereitstellung freigegeben werden. Dies gibt Unternehmen einen großen Flexibilitätsvorsprung, indem sie Geschäftsentscheidungen von technischen Prozessen trennen können. Wenn sich der Code bereits auf den Devices bzw. Servern befindet, ist die Bereitstellung bzw. Aktivierung vergleichsweise trivial in Bezug auf den Freigabeprozess, was die Anzahl der Personen und den Arbeitsaufwand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stark minimiert.

In diesem Segment betrachtet ISG daher diejenigen Anbieter, die Entwicklungs- und Bereitstellungsdienstleistungen anbieten, die wiederum mit solchen Services gekoppelt sind, die Geschäfts- und Nutzeranforderungen erfassen, Innovationslabore oder -methoden integrieren und neue, moderne Arbeitsplatzerfahrungen für den nötigen kreativen Freiraum bereitstellen.

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