Allgemein

IT-Trends und CIO-Agenda 2018, Teil 5

In der vergangenen Woche haben wir Ihnen die Technologietrends „Augmented & Virtual Reality“ und “Edge Computing” vorgestellt. Heute möchten wir Ihnen in dieser Lesereihe zwei weitere Technologietrends erläutern.

10 Trends 2018

Abbildung: 10 Trends for 2018. Quelle: ISG Research.

Betrachten wollen wir heute die Themen „Future Workspace“ sowie „(Industrial) Internet of Things”.

Future Workspace

Workspace Services werden zunehmend integriert angeboten. ISG erwartet, dass Workspace Services künftig durch integrierte Business Solutions abgelöst werden. Diese beinhalten typischerweise Unified Endpoint Management, Telefonie, UCC, Social Media, Smart Printing, Desktop as a Service und die Umsetzung von ersten Industrie-4.0- oder Internet-of-Things-Initiativen. Die einzige Ausnahme sind IMAC-Services (Installieren, Umziehen, Hinzufügen und Verändern von IT-Arbeitsplätzen), welche zunehmend als separater Zusatzdienst angeboten und bepreist werden, damit sie besser auf Verbrauchsbasis abgerechnet werden können.

Digital Workplace

Abbildung: Überblick zum Digital Workplace. Quelle: ISG, 2017.

Das Management der Endanwendergeräte erfolgt derzeit immer noch größtenteils über unterschiedliche Werkzeuge – MDM (Mobile Device Management) für Smartphones und Tablets, Management Suites für Notebooks und Desktops, weitere Management Suites für Netzwerk, Server, Storage, und Spezialwerkzeuge für Spezial-Devices. Dies wird sich jedoch schnell ändern.

In der Praxis setzt sich die integrierte Nutzung von Geräten im Sinne von Unified Communications & Collaboration (UCC) durch – mit der Betonung auf „Unified“, um die Effizienzvorteile wie etwa bessere Erreichbarkeit und schnellere Abstimmungen voll nutzen zu können. Zudem erleichtert die Integration von Social-Lösungen deren Akzeptanz bei vielen Mitarbeitern, die Social-Collaboration-Lösungen immer noch lediglich als eine zusätzliche Inbox sehen, die zusätzlich zum E-Mail-Postfach eingesehen werden muss. Eine der Barrieren für mobile Produktivität liegt seit je her in der fehlenden Integration in Workflows und Backend-Systeme. ISG erwartet für 2017 deutliche Fortschritte in der Nutzbarkeit, der Integration und der endgerätespezifischen Konfiguration von Mobile Apps. Das wichtigste Innovationsthema wird eine auf das Device angepasste Nutzbarkeit in Kombination mit Sprach- und Dateneingabe sein. Hier spielen zum Beispiel Anbieter wie Salesforce und Apple eine große Rolle – der eine bietet die Technik, und der andere das Design und die Usability.

(Industrial) Internet of Things

Ob in der Automobilindustrie, im produzierenden Gewerbe, Facility Management, Retail oder in der Logistik – in nahezu allen Branchen klaffen Vision und Implementierung von IoT weit auseinander. Wir sehen Visionen von selbstfahrenden Schiffen und Autos sowie vollautomatisierten Firmen einerseits; andererseits werden IoT-Projekte in Deutschland derzeit hauptsächlich realisiert, um Prozesse zu optimieren, Stromkosten zu reduzieren oder Wartungsintervalle für Fertigungsroboter zu verbessern.

ISG geht davon aus, dass in Deutschland in diesem Jahr etwa 1,5 Milliarden Euro an Investitionen im Bereich von Industrie 4.0 bzw. Industrial Internet of Things (IIoT) getätigt werden. Dieser Wert wird bis zum Jahr 2020 auf etwa 2,5 Milliarden Euro anwachsen. Die Vernetzung und Automatisierung von Geräten, Maschinen und Produkten schreitet vor allem im produzierenden Gewerbe voran. Neue Geschäftsmodelle, die vom Markt angenommen werden, sind allerdings noch rar. IoT-Projekte sind von hoher Komplexität, und bei der Sicherheitsarchitektur sind noch viele Fragen offen.

In den letzten zwölf Monaten sind einige größere IoT-Ökosysteme entstanden, in denen Softwarehersteller, IT-Systemhäuser und Hardwareproduzenten eng miteinander kooperieren. Nahezu jeder Anbieter und Dienstleister setzt auf offene Schnittstellen, um an den verschiedensten IoT-Plattformen und Cloud-Lösungen andocken zu können. IoT-Plattformen stehen als Datendrehscheiben (für die Datenintegration, -speicherung, -analyse und -visualisierung) im Mittelpunkt der Entwicklung. Zu „Full-Service“-IoT-Plattformen mit einem voll integrierten Portfolio an Daten-, Device- und Prozessmanagement gesellen sich neue IoT-Integrationsplattformen. Diese stellen Konnektoren mit offenen Schnittstellen zur Verfügung, um diverse Daten-, Device- und Prozessmanagementlösungen schnell und einfach zu verbinden. Die Konsolidierung verschiedener Ausprägungen, wie zum Beispiel MES-Plattformen, hat insofern stattgefunden, als dass weniger Anbieter mit einer eigenen Plattform in diesen Markt eingetreten sind als erwartet.

Industrie-4.0-Plattformen werden für vorausschauende Instandhaltung oder für die Analyse der realen Nutzungszeit von Maschinen verwendet. Sie erhöhen den Automatisierungsgrad über die Verknüpfung von Analytics mit MES-Systemen und ERP-Anwendungen. Auch in diesem Markt gibt es zunehmend Partnerschaften zwischen MES-Spezialisten, IT-Systemhäusern und Softwareherstellern, um ganzheitliche Szenarien zu ermöglichen.

Predictive Maintenance

Abbildung: Evolution der (vorausschauenden) Instandhaltung. Quelle: ISG, 2017.

Wir werden zunehmend sehen, dass Anwenderunternehmen die IoT/I4.0-Erfahrung durch Inhouse-Projekte erworben haben, versuchen werden, diese Expertise auch auf dem externen Markt anzubieten. Dadurch entwickeln sich diese von einem typischen IoT/I4.0-Anwenderunternehmen hin zu einem IoT/I4.0-Anbieter. Hierbei kann es einerseits darum gehen, ganz spezielle technologische IoT/I4.0-Eigenentwicklungen (zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau) auch anderen Unternehmen zugänglich zu machen, die einen ähnlichen Bedarf haben. Oder andererseits, dass intern erworbene IoT/I4.0-Know-how im Rahmen von Beratungs- oder Integrationsservices auch anderen Unternehmen anzubieten. Die Bosch Software Innovation ist dafür ein gutes Beispiel, und weitere werden folgen. Dadurch kann sich das Geschäftsmodell eines Unternehmens in eine ganz neue Richtung entwickeln.

In Industrieunternehmen gehen die aktuellen Herausforderungen jedoch über das Industrial Internet of Things weit hinaus. Vor allem wird die Wahl der jeweils richtigen Technologie, der passenden Plattformen, IT und Partner vor allem von drei Faktoren beeinflusst:

  • Verbesserung der Kundenerfahrung:  Im Mittelpunkt steht eine Ende-zu-Ende-Betrachtung der Kundenkontakte bei der Digitalisierung in Forschung und Entwicklung, Engineering, Produktion und After-Sales-Services.
  • Strategische Partnerschaften: Um Wachstum im Bereich der digitalen Umsätze zu erzielen, sind industrielle Unternehmen auf strategische Partnerschaften mit Technologie- und Software-Unternehmen angewiesen.
  • Interne Effizienz: Industrieunternehmen müssen ihre Engineering- und Produktionsprozesse vereinfachen, standardisieren und automatisieren – getragen von serviceorientiertem Denken in den Ökosystemen von Plattformen wie PLM (Product Lifecycle Management), MOM (Manufacturing Operations Management), ERP (Enterprise Resource Planning), CRM (Customer Relationship Management) und anderen.

Fortsetzung folgt…

Folgen Sie uns, und lesen Sie auch in den folgenden Wochen alles über die Top 10 der Technologietrends für 2018 sowie die Auf- und Absteiger dieses Jahres. Pro Woche werden weiterhin zwei von zehn Technologietrends 2018 veröffentlicht. Am Ende dieser Technologietrendreihe wird das gesamte Werk als PDF-Download angeboten und die voraussichtlichen Auf- und Absteiger präsentiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.