Benchmarking, Digital Workspace

Wie positionieren sich die Anbieter von Workspace as a Service bzw. Cloud Workplaces in Deutschland?

Das Managen einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI) sowie das Hosting von individuellen Virtual Desktops in einer Private-Cloud-Umgebung sind keine neuen Themen im IT-Service-Markt; die kostengünstigere Bereitstellung von standardisierten Workplace Services aus einer Shared Private Cloud oder Public Cloud ist es dagegen noch sehr wohl. Im jüngsten Anbieter-Vergleich zu diesem Thema „Digital Workspace Provider Lens“ für den deutschen Markt haben wir im Sommer erneut standardisierte Cloud Workplace Services, die als vorkonfektionierte und modularisierte Pakete aus der Cloud (Public, Shared, Hosted) zu einem festen Preis pro Nutzer und Monat (as a Service) angeboten werden, bewertet. Dieses Marktsegment ist durch den Wettbewerbsdruck von Amazon Web Services (AWS) entstanden, und einige Anbieter von individuellen Hosted Desktop Services haben sich daher ebenfalls in diesem Segment positioniert, bevor Kunden zum Wettbewerb abwandern.

Die zentralen Bewertungskriterien bzw. Anforderungen an die Anbieter von Workspace as a Service (Cloud Workplaces) lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Portfolioumfang belegt durch die Anzahl an Standardpaketen (z.B. zugeschnitten auf Nutzergruppen), modularisierte Zusatzoptionen und individuelle Add-on-Möglichkeiten
  • Portfolioqualität belegt durch Differenzierung bei Portfolio, Delivery, Kundenzufriedenheit, Preis-/Leistungsverhältnis und technologischer Basis
  • Lokale Stärken/Besonderheiten, basierend auf neuen Kundenverträgen bzw. Referenzen, Infrastruktur (Rechenzentren und Netz) und Kundensupport
  • Strategische Ausrichtung und Weiterentwicklungen, besonders in Richtung von 3D-CAD und Integration mit SaaS-Marktplätzen

Allgemein zahlen sich Portfolioattraktivität plus Schnelligkeit in diesem Markt aus, denn Skaleneffekte verschaffen bei standardisierten Cloud Workplaces einen klaren Wettbewerbsvorteil. Der Markt ist größtenteils verteilt, und einzelne Schwergewichte haben sich klar herauskristallisiert. Während sich T-Systems (TSI) als „Vendor of Choice“ bei Großkunden durchsetzen kann, haben im Midmarket CANCOM/PIRONET sowie die Telekom Deutschland (TDG) und bei Kleinunternehmen AWS diese Position inne. Natürlich „wildert“ jeder dieser Anbieter trotzdem nach Kräften auch in den jeweils anderen Segmenten. Da die Deutsche Telekom (TDG+TSI), CANCOM/PIRONET und AWS einen klaren strategischen Fokus auf dieses Marktsegment demonstriert haben, konnten sie sich auch zu Recht durchsetzen. Viele andere Anbieter sehen in diesem Marktsegment eher ein reines Add-on-Business zu bestehenden individuellen Desktop Services, und das häufig auch nur um ein einigermaßen adäquates Konkurrenzangebot zu AWS anbieten zu können, damit Kunden nicht über einen Anbieterwechsel nachdenken. Den größten Herausforderer der „großen Drei“ sehen wir im Anbieter QSC, der Anfang 2016 mit einem sehr starken Angebot in dieses Marktsegment neu eingestiegen ist und sich zunächst im Product-Challenger-Quadranten positioniert hat.

Anbieterbewertung

Wir identifizierten im deutschen Markt zwölf Unternehmen als relevante Anbieter für Workspace as a Service (Cloud Workplaces). Davon konnten sich vier Provider im Leader-Quadranten positionieren; diese sind:

  • AWS
  • CANCOM/PIRONET
  • Deutsche Telekom (TDG+TSI)
  • VMware

Workspace as a Service

Abbildung: Positionierung der Anbieter von Workspace as a Service (Cloud Workplaces) in Deutschland. Quelle: ISG, 2017.

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