Industrie 4.0, Internet of Things

Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 (I4.0) bilden einen Tummelplatz für Start-ups und Innovatoren

Neue Technologien wie I4.0 & IoT sind Brutstätten für Innovationen

Deutschland hat die große Chance, seine industrielle Kompetenz durch konsequente Digitalisierung weiter zu stärken. Was wir dazu brauchen ist eine breite technologiegetriebene Innovationskultur zu diesem Thema. Hierbei sind nicht nur große namhafte Unternehmen gefordert, sondern gerade auch kleine und mittelständische Unternehmen. Mit großem Interesse verfolgt die Experton Group daher neue Lösungsansätze, die sich im deutschen Markt rund um das Thema I4.0 & IoT auftun. Wir sehen diese Anbieter als „Solution Pioneers“, die neue Wege gehen. Da es sich beim Thema I4.0 & IoT um ein hochkomplexes Themenfeld handelt, haben wir uns in diesem Kontext ganz bewusst auf Lösungen fokussiert, die viel Wert auf Komplexitätsreduzierung, Ease of Use und den schnellen und einfachen Einsatz legen.

AXOOM – digitale Geschäftsplattform für die Fertigung

Trumpf – der Hersteller von Werkzeugmaschinen und Laser – hat im Herbst 2015 ein Startup namens Axoom gegründet. Das Unternehmen hat 20 Mitarbeiter und sitzt in Karlsruhe. Axoom soll eine Plattform für Software zur Planung von Produktionsabläufen aufbauen. Wie in einem App Store sollen hierbei Anwendungen zur industriellen Produktion von Trumpf selber, aber auch von anderen Herstellern angeboten werden. Die heutigen Kooperationspartner sind Klöckner, Linde, Schmalz, Sick, Wicam und Zeiss. So sollen Industrieunternehmen ganze Produktionsabläufe, vom Auftragseingang bis zur Auslieferung, abbilden und sich auch mit Lieferanten und Kunden vernetzen können. Die offene, herstellerunabhängige Plattform ermöglicht den sicheren Datentransport sowie die Speicherung und Analyse von Daten. Die Plattform ist cloudbasiert und steht allen Maschinenherstellern zur Anbindung offen. Trumpf geht somit aktiv den Weg vom Hardware-Anbieter (von Maschinen) über das Betriebssystem auf diesen Maschinen hin zum Software-Anbieter.

FORCAM Smart Factory Starter Kit

FORCAM ist ein IT-Technologie- und Beratungshaus mit Stammsitz in Ravensburg am Bodensee. Das Unternehmen wurde 2001 von Ex-SAP-Managern gegründet. FORCAM verfügt durch seine MES-Lösung bereits über namhafte Referenzen wie Audi, BMW, Daimler, EADS, MTU Aero Engines, Hilti, Mann+Hummel, MAHLE, MSR Technologies und WEIR Minerals. IBM ist zum Beispiel globaler Vertriebs- und Servicepartner von FORCAM. FORCAM hat nach fünfjähriger Entwicklungs­zeit im Jahr 2015 mit „FORCAM FORCE“ eine ganz neue MES-Lösung basierend auf In-Memory-Technologie für die Big-Data-Analyse in Echtzeit auf den Markt gebracht. Mit dem „Smart Factory Starter Kit“ geht FORCAM noch einen Schritt weiter und bietet FORCAM FORCE in einem „Smart Factory out of the Box“-Konzept an.  Dazu gehört die cloudbasierte Vernetzung von bis zu drei Maschinen einschl. Big Data Analytics und der grafischen Visualisierung in Echtzeit. Die Vorteile für den Kunden liegen auf der Hand: schnelle und einfache Realisierung von Pilot-Projekten, und das zu einem überschaubaren Festpreis (19.900,- Euro inkl. Softwarelizenzen für drei Monate).

M2MGO IoT-Plattform

M2MGO ist ein Berliner Start-up-Unternehmen mit einer selbstentwickelten IoT-Plattform basierend auf Microsoft Azure. Der Schwerpunkt liegt auf der schnellen und einfachen Anwendungsentwicklung von IoT Apps. Die Plattform bietet zusätzlich aber auch Daten- & Device-Management. Web-Applikationen können über einen einfachen Browser und eine Internet-Verbindung im Rahmen eines SaaS-Modells schnell und preisgünstig erstellt werden. M2MGO richtet sich im Wesentlichen an Produkthersteller, die nicht über die notwendigen IT-Kompetenzen in den Bereichen Softwareentwicklung, Anlagentechnik, Cloud Computing und Online-Sicherheit verfügen. Diesen Unternehmen bleibt häufig keine andere Wahl als ein konventionelles Projekt mit einem externen Partner aufzusetzen – das bedeutet aber immer auch hohe Vorlaufkosten, geringe Flexibilität und ein großes Investitionsrisiko. Neben Produktherstellern können auch Systemintegratoren M2MGO in ihren Kundenprojekten verwenden, ebenso auch andere IoT-Plattform-Anbieter, die nur Daten- & Device-Management anbieten und keine eigene Applikations­schicht haben. Die Experton Group hat in diesem Jahr von einer Bewertung von M2MGO innerhalb des betreffenden Vendor-Benchmark-Quadranten zu IoT-Plattformen abgesehen. Dem Start-up fehlen noch die nötigen einschlägigen Referenzen im deutschen Markt, um als relevanter Anbieter angesehen zu werden. Das Potenzial, zu einem zukünftigen Herausforderer von anderen IoT-Plattformen zu werden, ist aber ohne Frage vorhanden. Ein „Easy-to-Use“-Ansatz wird dringend benötigt, um den Komplexitätsgrad von IoT-Plattformen zu reduzieren.

nemetris Smart Industry Apps und MES-as-a-Service

nemetris ist seit 2013 als eigenständiges Unternehmen am Markt aktiv, mit Sitz in Balingen (Schwäbische Alb) und Fokus auf die Automotive-Branche (Schwerpunkt Automobilzulieferer) und die diskrete Fertigung. Neben der Just-in-Sequence-Lösung nemetris JIS fokussiert sich nemetris zusätzlich auf das Thema Smart Industry Apps. Entwickelt werden diese in erster Linie für den Betrieb in der Cloud, auf mobilen Geräten und Smart Devices. Smart Industry Apps gibt es angefangen bei Drag & Drop Web Dashboards über Traceability (Rückverfolgung) bis hin zur vollständigen MES-as-a-Service-Lösung aus der Cloud. Aus der Sicht der Experton Group bilden Manufacturing Execution Systems (MES) zukünftig nicht mehr nur die Produktionsprozesse ab, sondern haben das Potenzial, sich zu echten I4.0-Plattformen weiterzuentwickeln. Diese I4.0-Plattformen fungieren dann als Bindeglied zwischen der Produktions-IT und der Office-IT. Dinge (Maschinen, Geräte, Bauteile usw.) in der Produktion werden hierbei aber nicht nur mit Unternehmensanwendungen (ERP, CRM) verbunden, sondern auch mit User Devices (für den Bediener) und eventuell sogar mit weiteren Web Services – so wie es heute schon bei IoT-Plattformen der Fall ist.

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