Mobile Enterprise

Mobile-Enterprise-Strategie und Post-PC-Ära: der mobile Arbeitsplatz heute und morgen!

Dr. Henning Dransfeld

In der Konzeptionsphase für eine umfassende Mobile-Enterprise-Strategie 2015 muss unter anderem die Gesamtmarktentwicklung für PCs, Smartphones und Tablets berücksichtigt werden. Hier ist unsere Sicht auf die übergeordneten Trends und Auswirkungen:

 

 

  • Die Post-PC-Ära ist in Bezug auf die neue Arbeitswelt längst eingetroffen. Die mobile Kommunikation läuft über Social Media und mobile Online-Dienste werden permanent genutzt. Nicht nur für die sogenannte Generation der „digital Natives“ und nicht nur im privaten Umfeld. Vor ein paar Tagen sagte die Marketingmanagerin eines Software-Anbieters ihrem Kollegen während eines Briefings: “Mobile Nutzung von Facebook ist nicht privat! Wir haben eine Facebook-Seite, also ist die Nutzung dienstlich.“ Dienstliche Smartphones und Tablets erreichen laut Prognosen von Experton in diesem Jahr 10 Prozent der Arbeitsplätze.
  • Der mobile Arbeitsplatz bleibt vielschichtig – auch Notebooks haben einen Platz. Die Post-PC-Ära führt mittelfristig noch nicht zur kompletten Ersetzung des PCs durch Smartphones und Tablets. Zwar sind die Verkaufszahlen von Desktops im Business-Segment weiter rückläufig, aber die Anzahl der von Unternehmen beschafften Notebooks stieg nach Beobachtung von Experton Group in Deutschland 2014 um neun Prozent.

Zwar dürfte es sich um einen einmaligen Effekt handeln, der Hauptgrund ist die Beschleunigung im Hardware-Tausch von Unternehmen durch den eingestellten Support von Windows XP.

Doch aus Sicht der Experton Group wird der PC trotz des ungebremsten Wachstums von Smartphones und Tablets in Unternehmen noch ein paar Jahre zu sehen sein:

  • Obwohl eine zunehmende Anzahl an Mitarbeitern mobil komplett ausgestattet wird, um unterwegs zu arbeiten können, können viele noch nicht ganz auf den PC verzichten.
  • Spracheingabe wird durch zunehmende Intelligenz der Lösungen neben Texteingabe immer wichtiger. Zwar wird damit eine wichtige Barriere für Smartphones und Tablets, das zu kleine Keyboard, überwunden. Doch die Menschen gewöhnen sich bisher nicht leicht daran, mit einem Computer oder Laptop zu sprechen um einen Text zu diktieren oder Arbeitsanweisungen zu geben.
  • Der PC wird in vielen Unternehmensbereichen auch durch die zunehmende Nutzung von Sprachanwendungen durch multimediale und cloudfähige Tablets ersetzt werden. Doch in vielen Arbeitsbereichen mit intensiver Text- oder Zahlenbearbeitung ist das noch nicht möglich. Jahresabschlussberichte über Excel zu generierien, Sitzungsprotokolle für den Vorstand aufzubereiten und wissenschaftliche Studien zu kommentieren gehören zu Tätigkeiten, für die auch heute noch fast ausschließlich der klassische PC verwendet wird.
  • In Deutschland sitzen noch viele Arbeitnehmer an einem festen Arbeitsplatz. Für sie ist aufgrund der räumlichen Beschränkung von Mobilität auf den Campus der virtualisierte Desktop oder ein Notebook völlig ausreichend.

Fazit aus ICT Anwendersicht: Rollenbasierte Ausstattung der Mitarbeiter

Die Anforderungen an Applikationen und Interfaces für Smartphones, Tablets und PCs sind völlig unterschiedlich und werden es auf absehbare Zeit bleiben. IT-Abteilungen müssen daher unterschiedliche Strategien für Mitarbeiter entwickeln, die nur den festen oder nur den mobilen Arbeitsplatz nutzen oder beides.

Virtual Desktop ist ein wichtiger Baustein aber kein Universalkonzept für Mobility

In Bezug auf Inhalte und Applikationen werden der Desktop und das mobile Endgerät nicht zusammenwachsen und auch in absehbarer Zeit zwei getrennte Welten bleiben. Für Desktops ist das Modell der Virtualisierung mit Inhalten aus der Cloud, die über einen Webbrowser angesteuert werden, durchaus effizient. Hingegen hat sich die App-Entwicklung bei Smartphones und Tablets aufgrund von Benutzerfreundlichkeit in den letzten zwei Jahren klar in Richtung „native Apps“ und zu Ungunsten von webbasierten HTML-Anwendungen entwickelt.

Das bedeutet, dass ein komplett integrierter Ansatz für alle Mitarbeiter nicht praktikabel ist. IT-Abteilungen müssen Lösungen finden um diese unterschiedlichen Welten parallel, kostengünstig und sicher zu managen.

Mobile-Enterprise-Strategie 2015 und Post-PC: Endanwender rollenbasiert versorgen

Experton empfiehlt daher im Rahmen der Mobile-Enterprise-Strategie 2015 die eigene Belegschaft nach Rollen zu segmentieren und für diese Segmente jeweils einen Best-of-Breed-Ansatz in Erwägung zu ziehen. Dieser ist zwar anfänglich mit höheren Kosten für Training, Auswahl und Beschaffung der Lösungen und Lizenzen verbunden, als wenn alle Mitarbeiter über einen Kamm geschert werden. Doch die Grundvoraussetzung zu erhöhter Produktivität von mobilen Mitarbeitern sind an Bedarfe angepasste Applikationen und Devices, die noch nicht dazu in der Lage sind, den PC für alle Mitarbeiter sinnvoll zu ersetzen.

Experton hat Tools für eine sinnvolle rollenbasierte Segmentierung der Mobile Workforce. Wir unterstützen Sie gern! Bitte schreiben Sie bei Interesse an henning.dransfeld@experton-group.com.

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