Mobile Enterprise

Mobile Enterprise: Agenda 2015 – Strategie, Strategie und Strategie

Dr. Henning Dransfeld

Mitte Januar, das Jahr ist noch frisch, der Tannenbaum bereits entsorgt. Die meisten von uns haben den Weg zurück ins Büro gefunden und fragen sich nun, was 2015 wohl an Neuem mit sich bringt. Industrieanalysten haben bereits zahlreiche Prognosen zu Mobile Enterprise abgegeben. Interessanterweise stelle ich dieser Tage eine breite Zustimmung (auch von Gartner) für meine Prognose von 2013 hinsichtlich CYOD (Choose your own Device) und BYOD (Bring your own Device) fest:

CYOD, ein Unternehmensprogramm zur Verteilung dienstlicher Smartphones und Tablets, ist für viele Unternehmen in Europa die interessantere Variante als BYOD.

Dieses Thema hat auch 2015 weiterhin eine hohe Relevanz. Allzu oft schlagen sich IT-Abteilungen immer noch mit ungelösten Fragen zur Einführung und Verwaltung der Endgeräte herum. Die Entscheidung zu BYOD oder unternehmenseigenen Geräten ist in vielen Unternehmen immer noch nicht getroffen und stört den Blick auf dringend anstehende Verbesserungen der Prozesslandschaft über Inhalte und Applikationen. Nach der erfolgreichen Mobilisierung einzelner Prozesse in einzelnen Abteilungen wird der nächste Schritt größer und strukturierter ausfallen müssen. Um den Geschäftsnutzen aller mobilen Mitarbeiter zu optimieren, werden zentrale Rahmenstrukturen für die Bereitstellung von Endgeräten und Anwendungen unerlässlich. Wir  kommen nun an einen Punkt, an dem die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Mobile-Enterprise-Strategie auch in den Fachabteilungen auf zunehmende Offenheit stößt.

Deshalb haben wir bei Experton Group für 2015 nicht zehn und auch nicht fünf Top-Prognosen für Mobile Enterprise. Wir haben EINE, die im Unternehmenskontext alle anderen Trends überlagert:

2015 ist das Jahr für einen strategischen Ansatz aus der zentralen IT heraus.
Sonst wird Mobile Enterprise in Zukunft ohne den CIO realisiert.

Bereitschaft „im Business“ und Druck auf die IT erreichen ihren Höhepunkt 2015

Die zentrale Bedeutung einer Mobile-Enterprise-Strategie ist keine neue Aussage oder Handlungsempfehlung für 2015. Sie drängt sich auch nicht durch Waghalsigkeit oder Innovation ins Zentrum, sondern aus einem einfachen Grund: Wer, wie so viele Unternehmen, noch keine umfassende Strategie zur Mobilisierung aller betroffenen Mitarbeiter ausgearbeitet hat, der kann und muss die Gunst der Stunde jetzt nutzen: Der Zeitdruck einerseits auf der IT war noch nie höher, das Klima zur Umsetzung bei den Fachabteilungen andererseits war noch nie besser:

  • Die Zustimmung von Fachabteilungen für eine Mobility Strategie ist hoch. In den letzten Jahren haben nicht nur IT-Verantwortliche, sondern auch Leiter von Fachabteilungen realisiert, dass Mobile Enterprise viel mehr bedeutet als nur MDM oder mobile Apps. In Fachabteilungen wurde viel Geld für die App-Entwicklung ausgegeben, ohne die notwendige Integration in die Unternehmenssysteme zu berücksichtigen. In der Führungsebene wächst daher die Offenheit für einen strategischen und zentralen Ansatz solange die Bedürfnisse ihrer Abteilungen berücksichtigt werden. Heute gilt Mobile Enterprise bei Top-Managern als geschäftsrelevant. Dementsprechend hohe Erwartungen an mobile Produktivität, der Unterstützung und Optimierung von Geschäftsprozessen wurden zum größten Teil auch 2014 noch nicht erfüllt.
  • Der Druck für einen strategischen Rahmen durch die IT wächst weiter. Die IT gerät zunehmend unter Druck, eine rasche Antwort auf die Anforderungen unterschiedlichster Fachabteilungen und der Belegschaft zu finden. Andernfalls wird sich die Lücke zwischen Erwartungen der Nutzer und Entscheider einerseits und die Bereitstellung mobiler Dienste andererseits weiter vergrößern. CIOs wissen, dass ihnen die Zeit davonrennt, die mobile Agenda der Workforce zu gestalten. Jetzt können sie die Gunst der Stunde nutzen und mit umfassenden rollenbasierten Konzepten ein Versprechen einlösen: Optimale Produktivität aller mobilen Mitarbeiter gegen die Unterstützung des Vorstandes für die erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung.

Eine Mobile-Enterprise-Strategie kann nur dann erfolgreich sein, wenn sich die Unternehmensführung klar zur Umsetzung einer solchen bekennt und wenn konkrete Strukturen gemeinsam mit Vertretern der federführenden Fachabteilungen dafür aufbaut werden. Zur Umsetzung gehört eine Roadmap mit klar benannten Meilensteinen, ein Projekt-Office und die permanente Rückschaltung zu Top-Entscheidern.

 

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