Social Business

Buchbesprechung: „Social Business – Von Communities und Collaboration“ von Annabelle Atchison, Thomas Mickeleit und Carsten Rossi (Hg.): http://bit.ly/socialBuch

Autor: Oliver Giering

 

Social Business aktuell – Wie aus dem Trend ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil werden kann

 

Social Business war im vergangenen Jahr ohne Zweifel eines der Trendthemen innerhalb der modernen IT-Welt. Die Implementierung von Software mit „Social“-Funktionalitäten, die dem User zum Teil ohnehin aus dem Privatleben bekannt sind, findet aktuell allmählich auch Einklang in die Unternehmenswelt, um hieraus einen Mehrwert für sich, die Gesellschaft und das Unternehmen schöpfen zu können.

Social Business ist hierbei eben nicht – wie fälschlicherweise allzu oft angenommen – nur Social Media, sondern umfasst weitaus mannigfaltigere Facetten, die es den Unternehmen nahe zu legen galt (und noch immer gilt!), da oftmals auch weiterhin falsche Assoziationen und der inflationäre Gebrauch des Begriffes kursieren.

Nichtsdestotrotz findet in vielen – vor allen Dingen großen Unternehmen – bereits eine Wandlung des Begriffes statt, und es entsteht allmählich ein Verständnis für selbigen. Die enormen Potenziale, die Social-Business-Komponenten beispielweise im Social-Analytics-Bereich oder durch Social Enterprise Networking Suites bieten, werden allmählich erkannt, in ihrer Bedeutung eingeordnet und man ist gewillt das Konzept mit geeigneten Lösungen in der Unternehmens IT zu implementieren. Was an dieser Stelle dann jedoch noch häufig fehlt ist zum einen eine adäquate Social Strategie, die dem kulturellen Wandel innerhalb des Unternehmens gerecht wird und zum anderen eine geeignete Marktübersicht über die vorhandenen Lösungen – der in wenigen Tagen startende Social Business Vendor Benchmark 2015 kann hierbei Abhilfe schaffen.

Festzuhalten bleibt zunächst: Social Business entwickelt sich in einer ganzheitlichen Betrachtung zu einem disruptiven Wettbewerbsfaktor respektive Wirtschaftsmotor. Kaum ein Anbieter im deutschen ICT-Markt hat derzeit kein Produkt, welches nicht in irgendeiner Form das Label Social trägt oder als Dienstleistung dieses Thema adressiert. Der Trend ist nach wie vor also ungebrochen.

„Social Business – Von Communities und Collaboration“

Die Literatur-Liste zum Thema ist hierbei schier endlos – eine kurze Suche auf Amazon zum Thema „Social Business“ offenbart stolze 132.883 Ergebnisse. Dies ist sicherlich auch dem zuvor genannten inflationären Gebrauch und der Zweideutigkeit des Begriffes geschuldet, der in einem anderen Zusammenhang ein sozialverträgliches Geschäftsmodell meint. Betrachtet man jedoch das IT Verständnis des Begriffes stellt sich also schnell die Frage: Wieso wurde Anfang April dieses Jahres ein weiteres Buch zum Thema publiziert und welchen Mehrwert bringt es?

Die Besonderheit des Buches offenbart sich bereits beim Blick auf den Aufbau: Anhand dreizehn Kapiteln wird schnell deutlich, dass es sich hierbei um eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Themas handelt – eine Herangehensweise, die man in vielen anderen Werken oftmals vermisst. Begonnen wird hierbei sinnig mit der Unternehmenskultur, die beim Thema Social Business vor jeder Einführung von neuer Technologie evaluiert werden muss und die durch den Einsatz von Social Business Komponenten einem starken Wandel ausgesetzt sein wird. Ira Reckenthäler macht hierbei schnell deutlich: Social will & muss aktiv im Unternehmen gefördert werden, will man ertragreich sein.

Besonders interessant sind die zahlreichen Praxisbeispiele von namenhaften Unternehmen wie Microsoft oder der Deutschen Bahn, die den Weg von Social Business Einführungen praxisnah erläutern und beschreiben.

Das Kapitel „Mit gutem Beispiel voran: Interne Kommunikation goes Social“ thematisiert beispielsweise unterschiedliche Erkenntnisse von Unternehmens-Experten und Wissenschaftlern bei der Einführung von internen Communication-Tools. Lese-Tipp hierbei: Winfried Ebner und Eva Heinrichs über die Erfahrungen des Community Buildings der Deutschen Telekom.

Aber nicht nur Communications Thematiken sind anhand von Beispielen dargelegt, vor allen Dingen sind es auch die Collaboration und Enterprise 2.0 Plattformen, die in adäquater Weise in dem Werk ihren Platz finden. Neue Arbeitsformen werden ebenso betrachtet, wie die Auswirkungen von Social Media Tools auf die Arbeit im Customer Support durch Social CRM und Social Commerce Lösungen.

Ein weiteres Kapitel thematisiert den „Social Governance“ Zusammenhang, der in jedem Fall bei der Einführung von Social Komponenten berücksichtigt werden muss. Auch hier wird deutlich: Die reine Einführung von IT-Tools ist nur der kleineste Teil des Social Business Gesamtpakets.

Zum Abschluss des Buches gibt IT-Advisor Axel Oppermann im Kapitel „Social Business – Vision & Realitäten 2020“ noch einen Ausblick auf die bevorstehenden Bedingungen der Arbeitswelt in der nahen Zukunft. Er führt hierbei aus, dass Social Business Konzepte enorme Potentiale für die Arbeitswelt der Zukunft bieten können – wenn rechtzeitig damit begonnen wird, neue Konzepte und Regularien zu evaluieren und diese sinnig in die Unternehmen zu tragen.

 

„Social Business verändert mit seinen Techniken und Methoden die Arbeitswelt nachhaltig. Sowohl was die Organisationsformen als auch die Möglichkeiten der Arbeitserbringung angehen. Flexibilität, Transparenz und Freiheit stehen im Zentrum. Bereits während der Transformationsphase wird Social Business ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für viele Unternehmen werden, da nur durch neue Organisationsformen und Arbeitsplatzmodelle dem noch immer zunehmenden Wettbewerbsdruck und der Verschiebung der Märkte Einhalt geboten werden kann.“ – Axel Oppermann

 

Fazit

Trotz der Skepsis gegenüber Neuerscheinungen im Bereich der ohnehin schon sehr vielseitigen Social Business Literatur, schaffen es die Buch-Autoren ein durchaus interessantes Werk zu publizieren. Besonders die ganzheitliche Betrachtung des Social Business Konzeptes mit all seinen mannigfaltigen Facetten, weiß in Verbindung mit den praxisnahen Beispielen gänzlich zu überzeugen. Die Beispiele sind hierbei verständlich beschrieben und das Werk entspricht somit in der Gesamtsumme tatsächlich einem „praxisorientierten Leitfaden“. Dies ist vor allen Dingen auch dadurch gewährleistet, dass die Autoren die teilweise komplexen Zusammenhänge verständlich zu erläutern wissen.

Eckdaten:

Social Business: Von Communities und Collaboration – Social Media auf dem Weg ins Unternehmen

  • Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch; Auflage: 1 (30. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3956010175
  • ISBN-13: 978-3956010170
  • Link: http://bit.ly/socialBuch

 

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