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Remote-Desktop-Services- (RDS-) Lizenzierung und Office 365 Pro Plus – ein Kurzüberblick

Bedingt durch sich häufende Nachfragen unserer Kunden im Bereich Office-Produktivitätslösungen und zukunftsfähiger Arbeitsplatzmodelle haben wir bereits in unserem Newsletter vom 10. Mai unterschiedliche Facetten rings um die Lizenzierung des „neuen Office“ aufgegriffen. Wir führen die Darstellungen heute mit Ausführungen zum Teilaspekt RDS (Remote Desktop Services) und Office 365 weiter aus. An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass bei „Terminal Server“ und „RDS“ identische Lösungen gemeint sind.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang: Die nachfolgenden Ausführungen sind sachlich und fachlich richtig, jedoch in Ausdruck und Formulierungen soweit wie es geht „simplifiziert“. Ziel ist es, eine hohe Verständlichkeit bei umfassender Verbindlichkeit zu erreichen. Grundsätzlich gelten jedoch die jeweiligen Lizenzierungsbedingungen und Formalien von Microsoft. Und hier wird es – hoffentlich das einzige Mal in diesem Beitrag – etwas formeller. Jedoch liefern diese wenigen Worte eigentlich den gesamten Kern der Botschaft: Die Lizenzgrundlage für den RDS-Betrieb ist durch die Produktbenutzungsrechte (Product Use Rights, PUR der Microsoft Volumenlizenzprogramme) geregelt, und demnach ist der Erwerb einer Office Professional Plus 2013-Lizenz (zur Installation – respektive dem Betrieb – auf dem RDS Server) via Microsoft Volumenlizenzprogramm notwendig. Ferner ist eine der Anzahl der RDS-Nutzer entsprechende Menge an Office 365 ProPlus-Lizenzen ebenfalls via Volumenlizenzierung erforderlich. Dies ist exemplarisch in Form von Office 365 Midsize Business unter dem Volumenlizenzprogramm OPEN möglich.

Microsoft will auch zukünftig mit seinen Office-Produktivitätslösungen eine zentrale Rolle in Anwenderunternehmen einnehmen. Dabei gilt es, die gegenwärtigen Entwicklungen und zukünftigen Trends der Arbeitswelt abzudecken. Gegenwärtig sind hier als nachhaltige Entwicklungen insbesondere soziale Netzwerke (Vernetzung von Menschen), Verfügbarkeit von Inhalten und Kompetenzen sowie flexiblere Gestaltung der Arbeit zu nennen. Mobilität (der Mitarbeiter und IT) sind ein zentraler Erfolgsfaktor für flexiblere Arbeitsmodelle. (Neuere) technologische Möglichkeiten erhöhen nicht die Mobilität als solches, sondern ermöglichen eine höhere Effizienz der Mitarbeiter. Höhere Effizienz der Mitarbeiter lässt sich durch zwei miteinander verbundene Aufgaben erreichen: Einerseits die Mobilisierung von Business-Prozessen, sodass mobiles Arbeiten und Managen möglich ist. Auf der anderen Seite die Bereitstellung geeigneter Technologien, um diese neuen bzw. angepassten Geschäftsprozesse optimal zu unterstützen. Insbesondere für die flexible, agile und dynamische Gestaltung der Arbeitsplätze ist das Deployment – die Bereitstellung – der Lösung von zentraler Bedeutung.

Sicherlich auch deshalb hat Microsoft das neue Office von Grund auf als Dienst entwickelt. Deutlich wird dies an unterschiedlichen Facetten; eine sei hier im Kontext erwähnt – nämlich der Ansatz, wie Anwender – respektive die Unternehmens-IT – die Office-Anwendungen installieren, warten und mit diesen interagieren. Es handelt sich um eine neue Installationsroutine für den Endanwender, welche als „Click-to-Run“ bezeichnet wird. Hierbei werden die Anwendungskomponenten priorisiert gestreamt, sodass der Anwender die Office-Anwendungen direkt produktiv nutzen kann, während die volle Installation noch im Hintergrund durchgeführt und abgeschlossen wird. Dieser neue Weg wird durch eine Technologie zur Anwendungsvirtualisierung ermöglicht. Die Streaming- und Virtualisierungsfunktionen basieren auf Technologien aus Microsoft Application Virtualization (App-V). Hierbei handelt es sich in Bezug auf die Installation und Pflege von Office seit der Einführung des „Windows Installers” (MSI) sicher um eine der wertvollsten und prinzipiellen Änderungen.

Noch kurz zu Click-to-Run: Click-to-Run (teilweise auch als „Klick-und-los“ bezeichnet) nutzt Virtualisierungstechnologie, um Office in einer eigenständigen virtuellen Umgebung auf dem lokalen PC auszuführen. Dank dieser isolierten Umgebung können die Office-Produktdateien und -Einstellungen an einem separaten Ort gespeichert werden. Dies führt dazu, dass keine Anwendungen geändert werden, die bereits auf dem Computer installiert sind. So ist auch keine Deinstallation früherer Office-Versionen erforderlich, um aktuelle Versionen nutzen zu können. Dies ist für einige Jobprofile ein belangvoller Vorteil. (Anmerkung: Auf die unterschiedlichen Bereitstellungsmodelle sind wir im Rahmen dieses Newsletters bereits öfter eingegangen. Diese können im Newsletter-Archiv unter http://bit.ly/118jAGZ nachgelesen werden.

 

RDS

Bevor auf das Thema RDS genauer eingegangen wird, soll an dieser Stelle ein kurzer Abriss über die generellen Möglichkeiten einer Installation erfolgen: Eine der sicherlich interessantesten und wichtigsten Neuerungen, die mit dem aktuellen Office einhergehen, ist, dass die neue Office-Anwendung im Rahmen der Office 365-Lösungen als Abonnement lizenziert werden kann. Die Software kann dabei lokal auf den Geräten installiert und genutzt, aber auch gleichzeitig über die Microsoft Cloud als Office on Demand in Anspruch genommen werden. Hierbei handelt es sich um Office 365 ProPlus.

Im Unterschied zu Office Professional Plus 2013 wird Office 365 ProPlus pro Nutzer lizenziert. Dieser darf Office auf oder von bis zu fünf Geräten nutzen – unabhängig davon, ob es sich um einen Firmen-PC, einen Mac, ein privates oder öffentliches Gerät handelt. Und gerade hier liegt ein entscheidender Vorteil in der Lizenzierung: Der Fokus auf den Anwender wird den geänderten Nutzungsgewohnheiten und der Agilität im Tagesgeschäft gerecht. Diese Agilität wird noch weiter gesteigert, wenn Office 365 ProPlus über einen Volumenlizenzvertrag beschafft wird. In diesem Fall kann dann eins der fünf Endgeräte auch ein Terminal Server sein. Geregelt wird dies in den Produktbenutzungsrechten (Product Use Rights, PUR). Diese Produktbenutzungsrechte sind ein fester Bestandteil der Lizenz zwischen Microsoft und den Microsoft-Volumenlizenzierungskunden. In der aktuellen Version der PUR gelten folgende Office 365-Abonnements als „berechtigt“, Office 365 ProPlus einzusetzen und zu nutzen (AL steht dabei für „Abonnement-Lizenz“):

  • Nutzer-AL für Office 365 Midsize Business
  • Nutzer-AL für Office 365 ProPlus oder
  • Nutzer-AL für Office 365 Enterprise E3-E4 oder
  • Nutzer-AL für Office Professional Plus A oder
  • Nutzer-AL für Office 365 Education A3-A4 oder
  • Core CAL Suite(mit aktiver Software Assurance) mit Nutzer-AL-Add-On für Office 365 Education A3 (A4) oder
  • Enterprise CAL Suite(mit aktiver Software Assurance) mit Nutzer-AL-Add-On für Office 365 Education A3 (A4) oder
  • Core CAL Suite(mit aktiver Software Assurance) mit Nutzer-AL-Add-On für Office Pro Plus(mit aktiver Software Assurance) und Office 365 Education A3 (A4) oder
  • Enterprise CAL Suite(mit aktiver Software Assurance) mit Nutzer-AL-Add-On für Office Pro Plus(mit aktiver Software Assurance ) und Office 365 Education A3 (A4) oder
  • Office Pro Plus(mit aktiver Software Assurance ) mit Nutzer-AL-Add-On für Office 365 Education A3 (A4) oder
  • Nutzer-AL für Office Professional Plus G oder
  • Nutzer-AL für Office 365 Government G3 oder
  • Nutzer-AL für Office 365 Government G4 oder

 

Technische Umsetzung

Office 365 ProPlus lässt sich jedoch technisch nicht auf einem Server mit aktivierter RDS-Rolle (Terminal Server) installieren. Aus diesem Grund muss eine Art „Brückenlösung“ genutzt werden. Diese ist in der Microsoft Produktliste (Product List) zu finden. Bei dieser „Liste“ handelt es sich um ein Dokument, welches monatlich aktualisiert über Microsoft Services und Software „informiert“. Dieses Dokument ist Bestandteil von jedem Volumenlizenzvertrag.

Um die Bereitstellung technisch durchführen zu können, wird (mindestens) eine Office Professional Plus 2013-Volumenlizenz (nebst Key und Software) benötigt. Die Nutzung (die Zugriffe) der einzelnen Anwender werden über ein Office 365-Abonnement welches Office 365 ProPlus enthält – beschafft über eine Volumenlizenz – (siehe Liste oben) abgebildet. Dies kann zum Beispiel Office 365 Midsize sein.

 

Fazit

Das neue Office bietet eine Vielzahl von unterschiedlichen Beschaffungs- und Bereitstellungsmodellen. Die Bereitstellung der Office-Desktop-Anwendungen über Terminal Server stellt ein probates Mittel dar, die Office-Client-Software agil und flexibel bereitzustellen. Voraussetzung ist ein aktiver Volumenlizenzvertrag. Ferner gilt es, auf die Rahmenparameter und Voraussetzungen zu achten, die in den Produktbenutzungsrechten und der Produktliste geregelt sind.

 

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