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MultiClient-Studie „Big Data 2012“ der Experton Group vorgestellt

von Holm Landrock und Frank Schmeiler

Big Data = Big Confusion? Die Antwort auf diese Frage ist nach Abschluss der MultiClient-Studie „Big Data 2012“ der Experton Group: „Big Data = Big Challenges + Big Opportunities“.

Die Experton Group hat in einer Anwenderstudie geprüft, ob und wie sich Unternehmen bereits auf Big Data und den damit verbundenen Wandel in den Technologien vorbereitet haben und der Big-Data-Thematik bewusst sind. Die neue Studie der Experton Group hat analysiert, welche Aktivitäten 155 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größenklassen derzeit hinsichtlich der zu erwartenden Datenvolumina planen und durchführen. Neben den Investitionscharakteristika und Entscheidungswegen der Anwenderunternehmen wurde auch die Wettbewerbslandschaft der Anbieter und Dienstleister untersucht. Die MultiClient-Studie „Big Data 2012 – 2015“, ermittelt die aktuelle Wahrnehmung des Datenaufkommens und des Benutzerverhaltens in der Zukunft sowie die Rolle von Big-Data-Analytics für künftige Geschäftsentscheidungen.

57 Prozent der befragten Anwender beschäftigen sich mit Big Data, wenn auch teils nur, indem sie sich über das Thema informieren. Unternehmen mittlerer Größe, in dieser Studie 500 bis 999 Mitarbeiter, sind dabei die Unternehmen, die das stärkste Datenwachstum erwarten. Allerdings ist diese Gruppe der Befragten auch am ehesten skeptisch gegenüber Big Data und bezieht kritisch Stellung zu den bereits im Einsatz befindlichen Lösungen für Datenanalyse und Datenmanagement. Bei komplexen Big-Data-Szenarien wird hier auf die Anbieter ein gutes Stück Arbeit zukommen. Das Vertrauen der Anwender kann durch vollmundige, nicht erfüllte Versprechungen nachhaltig erschüttert werden. Die Komplexität von Big Data schafft aber viele Chancen für neue Unternehmen mit originellen Lösungen, beispielsweise zur Parallelisierung von Berechnungen zur Visualisierung von Berechnungsergebnissen. Diese Unternehmen können durch Partnerschaften mit Systemintegratoren und Service-Unternehmen leicht an großen Projekten beteiligt werden.

69 Unternehmen sahen sich in der Lage, die Entwicklung ihrer Datenvolumina konkret zu beziffern. Die antwortenden Unternehmen rechnen demnach mit einem starken Anstieg der Datenvolumina. Im Schnitt rechnen die Unternehmen in den nächsten zwei Jahren mit einer Steigerung um je ein Drittel.

Abbildung: Prozentuales Wachstum der Datenvolumina, 2013/2014. Quelle: Experton Group AG, 2012.

 

Eine Überraschung ist, dass dies vor allem für die Unternehmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern, also die größeren Mittelständler, ein Thema ist. Dort wird 2013 mit einem Datenwachstum von 43 Prozent und 2014 von 54 Prozent gerechnet. Das entspricht einer Verdoppelung der zu behandelnden Datenmenge in nur zwei Jahren! Allerdings sind sich diese Unternehmen noch nicht im Klaren darüber, woher die Daten künftig kommen und welche Abteilungen die daraus zu gewinnenden Business-Informationen nutzen könnten.

Die Studie zeigt, in welchen Punkten noch Unklarheiten seitens der Anwender bestehen und mit welchen Maßnahmen die Anbieter helfen können, Klarheit um den Begriff „Big Data“ und die Bewältigung der künftig entstehenden Datenvolumina zu schaffen. In vielerlei Hinsicht müssen die Anwender noch erkennen, welches Potenzial in den Daten, die im Kontext mit den eigenen Geschäftszielen innerhalb und außerhalb des Unternehmen existieren, erschlossen und ausgewertet werden können. Ein Teil der Zurückhaltung bei der Schaffung neuer Services auf der Basis von Inhalten aus Social Media und Social Networks darf aber auch den strengen Datenschutzgesetzen in Deutschland zugeschrieben werden. Rechtssicherheit in den Big-Data-Szenarien zu schaffen, ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Lösungspartner. In dem Maße, wie Unternehmen ihre Datenvolumina und deren Wachstum analysieren und verstehen, entsteht ein Bedarf an neuartigen Hardware- und Software-Lösungen.

Es gibt bereits reale und konkrete Big-Data-Anwendungen in verschiedenen Branchen. Einige Beispiele präsentierten ausgewählte Sponsoren der MultiClient-Studie im Rahmen der Pressekonferenz am 25. Oktober 2012 in München. Konkrete Anwendungsfälle gibt es z.B. in den Bereichen Handel, Banken / Versicherungen, Gesundheitswesen, Energieversorgung und Automotive.

Anbieter sind eingeladen, die Experton über ihre Big-Data-Projekte zu informieren.

Das Lösungsportfolio rund um Big Data wird nicht nur von etablierten Anbietern aus der Unternehmens-IT kommen. Auch Angebote von Startups, Spezialisten oder Lösungsanbietern aus dem Bereich des Supercomputings werden hier eine Rolle spielen. Insbesondere im Bereich der notwendigen Algorithmen für die Big-Data-Probleme sind spannende Auftritte von Exoten und Nischenanbietern zu erwarten. Diese einzelnen Produkte müssen von Systemintegratoren sowie von ITK-Service-Providern in einer offenen Partnerschaft mit den CIOs der Anwenderunternehmen einsatzfähig gemacht werden.

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